Erste-Hilfe-Kurse

In verschiedenen Gemeindezentren im Walmer Armenviertel, in Port Elizabeth, an der Universität, in Kirchen, in Behindertenheimen und im Cacadu – Distrikt bilden wir interessierte Menschen in Erste – Hilfe aus. Zudem unterstützen wir Schulen bei der Einrichtung von Schulsanitätsdiensten. Aufgrund der hohen HIV-Rate spielt auch die Aids-Prävention eine wichtige Rolle, wir klären auf und zeigen, wie man sich schützten kann. Bei sämtlichen Kursen legen wir auf Professionalität und Praxis großen Wert.

Die Aufgabe Erste Hilfe auf Englisch zu unterrichten ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Menschen, die von Erster Hilfe keine oder nur wenig Vorahnung besitzen die wichtigsten Sofortmaßnahmen bei einem Notfall beizubringen, ist dringend notwendig, da in Südafrika und vor allem in den ärmeren Gebieten eine große Zeitspanne zwischen Absetzen des Notrufs und Eintreffen der Sanitäter verrinnt. Somit sind die Leute lange auf sich alleine gestellt, in der Zeit, in der noch Keine Hilfe durch den Rettungsdienst zur Stelle ist. Durch die einfachsten Mittel und schon durch wenig Wissen kann einem Verunglückten das Leben durch den Ersthelfer gerettet werden.

Unsere Aufgabe ist es den Menschen in Südafrika dieses wenig notwendige Wissen zu vermitteln und zwar auf solch eine Art, dass es im Erinnerungsvermögen gefestigt ist. So halten wir jedes Jahr Erste – Hilfe Kurse an der Nelson Mandela Metropolitan University von Port Elizabeth mit den Themen „Auffinden einer leblosen Person, Verbände und Wunden“ und als letzten Teil gibt es immer eine Unterrichtseinheit in Sachen Aidsprävention. Die Studenten, folgen unseren Vorträgen immer sehr interessiert, was man durch häufig gestellte Fragen der Teilnehmer sehen kann. Auch das Feedback, welches sie uns am Ende der jeweiligen Kurse gaben, zeigte uns, wie wichtig es ist Menschen in Erster Hilfe zu unterrichten und über die Gefahren von HIV aufzuklären. Eine lockere Atmosphäre nimmt des Studenten die Angst davor Fragen zu stellen und den Ausbildern die Angst in einer Fremdsprache Fachwissen zu vermitteln.

Dieses Arbeitsklima versuchten wir 2008 auch zu Beginn des Kurses in der Moravian Church, eine Kirche für die so genannten „Coloured People“ zu schaffen, indem wir mit einem von ihnen erlernten Spiel, welches wir eine Woche zuvor als Gäste in der Kirche kennen gelernt hatten, versuchten das Eis zu brechen. Die Teilnehmer der Jugendgruppe hatten schon ein gutes Vorwissen, welches gefestigt und auf den neusten medizinischen Stand gebracht wurde. Einige von uns bekamen „Gänsehaut“, als die Leiterin der Jugendgruppe nach Beendigung des Kurses das Schlussgebet sprach, da sie darin Gott für unsere Arbeit dankte.

In Pastor Nyathis Kirche, welche sich im Walmer Township befindet, fühlten die Ausbilder, die schon zum zweiten oder dritten Mal am Workcamp teilnahmen keine Nervosität, da man sich hier schon fast heimisch fühlte, wahrscheinlich durch unsere Besuche im Gottesdienst, wo alle Teilnehmer des Projekts wie selbstverständlich in die kirchlichen Tänze mit einbezogen wurden. Der Kurs in dieser Kirche war für uns alle wichtig, da man hier sehen konnte, wie es um das Wissen in Sachen Erste Hilfe in einem Township steht und welch wichtige Aufgabe es ist Maßnahmen zu lehren. Die große Teilnehmerzahl zeugte von dem Interesse der Hilfsbereitschaft anderen Menschen gegenüber.

Als Neuland kann man die Ausbildungen in Behindertenheimen für Kinder zu bezeichnen, da in diesem Jahr zum ersten Mal Erste Hilfe Kurse angesetzt wurden. Dies brachte allen Beteiligten, selbst Herrn Meder, dem man in Südafrika kaum etwas Neues zeigen kann eine neue Erfahrung. An den Gesichtern der Kinder und der Erzieher konnte man erkennen, dass es für alle eine willkommene Abwechslung war. Die Kinder freuten sich, als sie die Handschuhe anziehen und Pflaster aufkleben durften.

Auf dieser Basis lässt sich die erfolgreiche Arbeit auch in Zukunft weiterführen. So sind wir 2009 zum Beispiel das erste Mal für zwei sehr erfolgreiche Erste – Hilfe Kurse ins Landesinnere, nach Alicedale, gefahren und haben zudem in Jansenville einen Schulsanitätsdienst aufgebaut, den wir auch in den kommenden Jahren immer wieder fortbilden wollen.