Chronik des Ubuhlobo – Projekts

Chronik des Ubuhlobo – Projekts

 

Wie alles begann und wie sich alles entwickelte.

 

Im Oktober 1998 reiste Rolf Meder mit den „Fußballspielenden Pfarrern“ nach Südafrika. Auf dem Programm stand neben dem Besuch eines Straßenprojektes in Kapstadt auch der Besuch in Port Elizabeth. Dort war die Gruppe eine ganze Woche zu Besuch bei dem „Xolelanani“ – Projekt, einem Jugendzentrum und wohnte sogar im Township. Das „Xolelanani – Projekt“ wurde 1996 bei einem Treffen zwischen schwarzen und weißen Pastoren gegründet. Ziel war es, den Gedanken der Apartheid aus der Welt zu schaffen und Jugendliche verschiedener „Rassen“ zu versöhnen. 1997 startete die Zusammenarbeit mit einer „Shack–Kirche“. Durch deutsche Sozialarbeiter entstanden viele verschiedene Gruppen (Chor etc.) und 1998 wurde das Projekt als Stiftung eingetragen. Finanziert wurde das Projekt mittels Spenden.

  1. Meder war sehr schockiert von der katastrophalen Lage im Township und auch im Jugendzentrum. In dem baufälligen Gebäude spielten die Kinder, probte der Chor, arbeiteten eine Töpfergruppe und vieles mehr. Es gab jedoch nicht einmal eine Toilette. Herr Meder fasste den Entschluss, dass sich dringend etwas ändern müsse. Er wollte eine Toilettenanlage für etwa 10000 Rand (umgerechnet rund 700€) einrichten und bat in seiner Reisegruppe nach Spenden. Doch die ärmliche Situation der Menschen im Township blieb ihm im Gedächtnis und er beschloss, zuhause an dem Projekt weiterzuarbeiten. Am Alfred–Grosser–Schulzentrum in Bad Bergzabern wurde eine Spendenaktion gestartet und auch einige Firmen spendeten Computer.

Im Frühjahr 1999 konnte ein ganzer Container mit Spenden gefüllt werden und Herr Meder erhielt eine Einladung nach Port Elizabeth. Viele Schüler zeigten Interesse an dem Projekt ihres Lehrers. Obwohl noch keine Zuschüsse sicher waren, fand sich schnell eine Gruppe zusammen, welche sich im Herbst auf die große Reise nach Südafrika machen wollte. Sponsoren wurden gesucht und erste Vorbereitungen  getroffen. In den Herbstferien konnte es dann endlich losgehen. Die Gruppe richtete einen Computerraum ein, arbeitete im Kindergarten und konnte zusammen mit Freiwilligen der Gewerkschaft „IG-Metall“ den Bau einer neuen Halle für das „Xolelanani–Projekt“ finanzieren. Außerdem wurde ein Rückbesuch von südafrikanischen Schülern nach Deutschland geplant.[1]

Da noch viel Arbeit im Township und im Jugendzentrum anstand, beschlossen alle Schüler im Jahr 2000 wieder nach Südafrika zu reisen. Die Gruppe bildete zehn Kindergärtnerinnen in erster Hilfe aus. Zusätzlich wurde Kontakt mit verschiedenen anderen Organisationen und Institutionen („Rotary“, Presse, Regierung) aufgenommen, um auf das „Xolelanani–Projekt“ aufmerksam zu machen. Unterstützung bekam die junge Truppe unter anderem durch „VW“ und die „Malteser“. So konnte schon bald ein Computercontainer für eine Township Schule finanziert werden. Auch die Halle für das Jugendzentrum wurde fertig gestellt. Doch schon bald tauchten neue Probleme auf. Wie sich zeigte, war die Halle einsturzgefährdet. Eine Renovierung in Höhe von 15000 DM war nötig. [2]

Auch im folgenden Jahr 2001 wurde die motivierte Gruppe vor große Aufgaben gestellt. In den neuen Computerraum war eingebrochen worden. Der Computerraum wurde also wieder neu aufgebaut und gesichert.  Doch es kam noch schlimmer. Vor Ort verantwortliche Personen des „Xolelanani–Projekts“ missbrauchten das Vertrauen der Schülertruppe durch Unterschlagung von Spendengeldern, Unzuverlässigkeit und Entfernung von der Jugendarbeit. Enttäuscht von ihrem Partner beschloss  die Gruppe um R. Meder sich aus dem „Xolelanani–Projekt“ zurückzuziehen und sich künftig lediglich am Kindergarten zu beteiligen. Eine mutige aber weise Entscheidung, wie sich schon bald zeigen sollte. Die Gruppe hatte in diesem turbulenten Jahr aber auch schon zahlreiche Erfolge zu verzeichnen. So konnten sie zusammen mit „Rotary“ neue Lehrer an einer Township Schüle einstellen, reparierten die Toilettenanlage und die  Küche im Jugendzentrum und sorgten für Hygieneartikel im Kindergarten. Der neue Fokus der Schülergruppe sollte ab jetzt aber auf der Erste-Hilfe-Ausbildung liegen.[3]

Im Jahr 2002  benannte sich die Gruppe schließlich in „Ubuhlobo–Projekt“ um. „Ubuhlobo“ kommt aus der Xhosa–Sprache und bedeutet Freundschaft. Auf diesen Programmpunkt wollte die Schüler -gruppe wieder einen größeren Fokus legen. Die Gruppe legte gleich tatkräftig zu und half im Township wo sie nur konnte. So halfen sie beispielsweise beim Garagenbau eines Township Bewohners. Die Menschen im Township waren verwundert, als sie Weiße und Schwarze fröhlich zusammen arbeiten sahen. Das waren sie von der harten Zeit der Apartheid nicht gewohnt. Auch die Arbeit am Computerraum der Township Schule ging weiter. Doch der Container war in keinem guten Zustand und so musste die neu gegründete „Ubuhlobo–Gruppe“ den Computerraum wieder einmal herrichten, neue Möbel aufbauen und Regeln aufstellen. Das junge Projekt besuchte die „United Church“, eine Kirche in einer Blechhütte und ein Behindertenheim (Eastern Province Child and Youth Care Center). Da das Ubuhlobo–Projekt sich von dem „Xolelanani–Jugendzentrum“ gelöst hatte, musste auch die Zusammenarbeit mit den Partnern verstärkt werden. Nur gemeinsam ist man stark und kann etwas verändern. So wurde der Kontakt mit „Rotary“, dem „Cacadu District“ (Landkreis) und „VW“ verstärkt. Die dreiwöchigen Aufenthalte in Südafrika reichten allerdings noch lange nicht aus und so reiste Herr Meder oft privat nach Südafrika, um am Projekt weiter- zuarbeiten.[4]

Im Jahr 2003 löste sich das „Ubuhlobo“-Projekt endgültig vom „Xolelanani–Projekt“ und auch von der Township Schule, der Walmer School. Mit der Unterstützung des „Cacadu Districts“ und ver- schiedener Kirchen stand einem Neuanfang nichts mehr im Wege. Die „Ubuhlobo–Gruppe“ besorgte medizinisches Material für eine Township Klinik und kooperierte mit verschiedenen Kirchen („Ethiopian Episkopal Church“, „Methodist Church“). Für Erste–Hilfe–Kurse und AIDS–Prävention dienten zahlreiche Kirchen als Plattform. Außerdem wurde eine Suppenküche in der Methodist Church eröffnet und die Schüler arbeiteten im dortigen Kindergarten. Auch neue Kontakte wurden geknüpft. So kam es zu Treffen mit der Landkreisverwaltung, dem deutschen Konsul, „VW“-Vertretern und dem „VW“-Werksarzt.[5]

Im folgenden Jahr 2004 wurden zahlreiche Erste–Hilfe und AIDS–Präventionskurse an Kirchen, Schulen und Kindergärten im Township sowie an der Universität durchgeführt. Sogenannte „health officers“ wurden für die ländlicheren Regionen ausgebildet, um dort die neu erworbenen Kenntnisse weiterzugeben. So kann auch das Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ erfolgreich durchgeführt werden. Von deutschen Firmen erhielt das „Ubuhlobo–Projekt“ Notebookspenden, welche dann weiter an vertrauenswürdige Organisationen im Township verteilt wurden. Der Kindergarten wurde umgebaut und so konnten die Kinder bald auf neuen Spielgeräten und in einem schönen renovierten Kindergarten Spaß haben.  Die Lieferung eines Containers mit Computern und Möbeln an die „Sapphire Road Primary School“ wurde finanziert  und eine Förderschule konnte unterstützt werden. Um die Kultur besser kennenzulernen, besuchte die Schülergruppe viele Gottesdienste.[6]

Im Jahr 2005 wurden die Ziele der vorherigen Jahre weiter in die Tat umgesetzt. So wurden weitere „health officers“ ausgebildet und es kam zum Kontakt mit weiteren Kirchengemeinden. Herr Meder wurde zum Vizepräsident der  „United Apostolic Faith Mission Church“ ernannt. Das Ubuhlobo–Projekt unterstützte die Kirchengemeinde, auch finanziell beim Umbau ihrer Kirche. Schließlich wurde eine Patenkind Aktion organisiert. Deutsche Familien konnten nun über das Ubuhlobo– Projekt Patenkinder unterstützen. Außerdem fanden sogenannte „social evenings“ statt, bei welchen die deutschen Schüler in Kontakt zu Jugendlichen aus Südafrika kamen. Weitere Rückbesuche wurden geplant. Der „VW“-Konzern lieh der Schülergruppe einen Bus aus, was  die Arbeit enorm erleichterte. Auch von offizieller Stelle wurde die Arbeit des „Ubuhlobo–Projekts“ gewürdigt. Herr Meder bekam eine Einladung den Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela durch das Walmer Township zu führen. Die Freude war riesengroß, niemand hatte mit einer solchen Überraschung und Ehre gerechnet. Um die Auswirkungen des Projektes auf die Teilnehmer feststellen zu können, führte das „Ubuhlobo–Projekt“ eine kleine Umfrage unter dem Lehrerkollegium durch. Die Lehrer äußerten sich sehr positiv über das Projekt und bestätigten, dass man unter den Teilnehmern neben einem großen gesellschaftlichen Engagement, eine Verbesserung in der englischen Sprache, ein größeres Selbstbewusstsein und eine Stärkung des Charakters feststellen konnte. [7]

Im Jahr 2006 wurde an einem stärkeren Internetauftritt des Ubuhlobo–Projekts gearbeitet. Über die neue Internetseite http://ubuhlobo.org wurde nun über die aktuellen Ereignisse informiert. Die Arbeit der vorherigen Jahre  wurde erfolgreich weitergeführt. Zusätzlich durfte Alexander Stadler, ein Teilnehmer des „Ubuhlobo–Projekts“, beim Neujahrsempfang des Schlosses Bellevue teilnehmen. Ein erneuter Erfolg für das kleine Projekt aus der Südpfalz.[8]

2007 konnte die Fluglinie „SAA“ als Sponsor gewonnen werden. Übergepäck und möglichst günstige Flugtickets waren von nun an, dank der guten Zusammenarbeit, kein Problem mehr. Auch der Kontakt zur Oberbürgermeisterin von Port Elizabeth glückte erstmals (leider brach dieser nach der Absetzung der Oberbürgermeisterin ab, interne Machtkämpfe verschlechterten die Lage). Die Partner des „Ubuhlobo–Projektes“ sagten weiterhin ihre Unterstützung zu und so konnten für die Township Bewohner weitere Türen geöffnet werden. Auf die Bitte der jungen Gruppe rüstete „Rotary“ ein Altersheim mit Rollstühlen aus. Der Cacadu District sponserte 50 Computer. Spielsachen für den Kindergarten und eine Stoffspende für eine Nähgruppe wurden zur Verfügung gestellt. Durch „Rotarcat-Weissenburg–Bad Bergzabern“ konnten 1000 Euro an die Sapphire Road School gespendet werden. Außerdem baute die Schülergruppe am Spielplatz der Methodist Church weiter  und veranstaltete „social evenings“. Auch das Workcamp in Deutschland zeigte seine Folgen. Eine Teilnehmerin absolvierte ihre Ausbildung und arbeitet in dem Kindergarten des „Ubuhlobo–Projekts“. [9]

Im Jahr 2008 wurde das „Ubuhlobo–Projekt“ durch das positive Feedback der Arbeitsgemeinschaft evangelische Jugend  Hannover gestärkt. Durch verschiedene Spenden konnten weitere Projekte finanziert werden. So wurde beispielsweise das Behindertenheim „Ithemba“ unterstützt. Für den Kindergarten der „Methodist Church“ konnte ein Gartenhaus für die Spielgeräte finanziert werden. Die „United Apostolic Faith Mission Church“ wurde fertig gestellt und eingeweiht.

 

Exkurs : Kirchenbau, was genau geschah

Das Ubuhlobo–Projekt kam auf die Idee, die befreundeten Gemeinde „United Apostolic Faith Mission Church“  beim Neubau ihrer Kirche zu unterstützen. Doch die Pläne verliefen nicht ohne Probleme. Ein neues Grundstück musste her, denn die alte Kirche sollte einem Straßenbau weichen. Als Übergangslösung wurde der Gottesdienst in den Privathaushalten durchgeführt. Durch das „Ubuhlobo–Projekt“ konnte auf einem neuen Grundstück eine Blechhütte errichtet werden. Da noch Probleme bei den Eigentumsverhältnissen anstanden, musste die Kirche wieder abgerissen werden. Das Grundstück wurde doch noch rechtmäßig erworben  und mit dem Bau des Fundaments  begonnen. Doch auch dieser Bau musste wieder eingestellt werden, da die Gemeinde auf Betrüger hereingefallen war.  Zum Glück konnte R. Meder mit den Behörden verhandeln und so stand im Jahr 2008 dem Weiterbau nichts mehr im Wege. Meder finanzierte den Bau mit 80000 Rand aus eigener Tasche mit. Im Herbst 2008 war dann der Rohbau der Kirche (Dach, Türen, Fenster, Bühne) fertiggestellt und die Kirche konnte in Betrieb genommen und eingeweiht werden.[10] Im Jahr 2009 wurde schließlich auch der Innenbereich der Kirche fertig gestellt. Der neue Bau soll von nun an auch von anderen Interessenten gemietet werden können, um Geld für den Weiterbau zu erwirtschaften.

Neben der Einweihung der „United Apostolic Faith Mission Church“ wurden im Jahr 2009 auch weitere Ziele erreicht. Der Spielplatz für den Kindergarten wurde in Auftrag gegeben. Außerdem fiel der jungen Schülergruppe auf, dass die Ernährung der Kinder im Kindergarten sehr schlecht und ungesund ist. Es wurde  ein Chips- und Fastfood Verbot für den Kindergarten durchgesetzt  und ein Rabatt für die Kindergartenkinder bei einem Obst–und Gemüsehändler ausgehandelt. Außerdem lernten sie mit den Kindern Englisch, was sehr wichtig für deren berufliche Zukunft ist. Leider sprechen die Eltern mit ihren Kindern häufig nur Xhosa. Deshalb freuten sie sich besonders, dass nun die jungen Europäer ihren Kindern beim Erlernen der Fremdsprache halfen. Im Township lernte die Gruppe eine junge, alleinerziehende Mutter Miriam kennen. Das „Haus“ der Frau sollte bald abgerissen werden. Die Familie wäre dann obdachlos. Schnell fassten die Schüler den Entschluss, Miriam ein neues Haus bauen zu wollen. Sie starteten einen Spendenaufruf.

Ein große Ehre war es für die „Ubuhlobo–Gruppe“, dass sie den Brückenpreis entgegen nehmen durften. [11] Doch die Gruppe ruhte sich nicht auf ihren Lorbeeren aus.

Im Jahr 2010 konnte eine Erweiterung des Gebäudes an die „United Apostolic Faith Mission Church“ übergeben werden. Das Kirchenprojekt hat bereits Früchte getragen. Schon bei ihrem diesjährigen Aufenthalt konnte die Gruppe das Können verschiedener neu entstandener Chöre und einer Sonntagsschule bestaunen. Allerdings zogen auch wieder graue Wolken auf. Die „Methodist Church“ wollte ihren Kindergarten verlegen oder sogar schließen. Um mit der Kirche besser verhandeln zu können, gründete die „Ubuhlobo–Gruppe“ einen Elternbeirat. Die Gruppe sorgte aber auch für einen Plan–B, denn die „United Apostolic Faith Mission Church“ schmiedete auch Pläne einen Kindergarten zu eröffnen. Gestärkt wurde die Motivation der Gruppe durch ein positives Feedback vom Generalkonsulat in Kapstadt.[12]

Im Jahr 2011 konnte die Schülergruppe den Generalkonsul kennenlernen. Bei einem langen Gespräch hatte die Gruppe die Chance, das Projekt vorzustellen und auf Probleme aufmerksam zu machen. Hierzu diente ihnen auch ein neuer Projektfilm, welcher ab diesem Jahr die Website des Projektes schmückte. Ein weiterer Erfolg war in der „United Apostolic Faith Mission Church“ zu beobachten. Die Mitgliederzahl war nun von 4 (1996) auf über 300 (2011) angestiegen. Für den Kindergarten in der „Methodist Church“ waren einige Reparaturen zu erledigen. Die Gruppe konnte für die beiden Kindergarten kostenlose Lebensmittel aushandeln. Es wurde ein Strukturplan für den Kindergarten der „United Apostolic Faith Mission Church“ erstellt und die Einrichtung  mit Spielen und anderem Zubehör ausgestattet.[13]

Im Jahr 2012 stieg die Mitgliederzahl auf über 500 an. Ein großer Erfolg für das kleine „Ubuhlobo– Projekt“ aus der Südpfalz.  Außerdem sponserte „VW“ der Gruppe einen Container. Dieser wurde für die „United Apostolic Faith Mission Church“ als Schulcontainer für die Vorschule ausgebaut. Auch die Verhandlungen mit der „Methodist Church“ wurden erfolgreich beendet. Nun soll ein neuer Kindergarten von der Kirchengemeinde ausgebaut werden. Leider bekam die junge Schülergruppe in diesem Jahr die Auswirkungen der hohen Kriminalität zu spüren. Es wurde in ihren Bus eingebrochen. Dank der Hilfe einiger Partner war auch dieses Problem schnell gemeistert und die zerstörten Fenster „im Nu“ ausgetauscht.[14]

2013 startete das erste Chorfestival in der „United Apostolic Faith Mission Church“. Für die Strukturplanung im Kindergarten war in diesem Jahr ein ganz besonderer Teilnehmer im Workcamp dabei. Christopher Quandt, ein Erzieher aus Landau, half den Erzieherinnen bei der Planung des Kindergartenalltags. Zusätzlich konnte in diesem Jahr ein kleines Büro für den Kindergarten errichtet werden. Da die Township Bewohner im Sommer oft unter Wassermangel leiden, erbaute die Schülergruppe zusammen mit der Kirchengemeinde eine Regenwassersammlung. Außerdem hatte das „Ubuhlobo–Projekt“ die Möglichkeit in Kooperation mit Sozialarbeitern einige soziale Brennpunkte zu besuchen und konnte einige Gäste mit ins Township nehmen (Vertreter von VW und dem Cacadu District, Konsul, Presse etc.)[15]

Im Folgejahr 2014 bekam das Projekt sogar Besuch vom deutschen Generalkonsul aus Kapstadt. Auch in der „United Apostolic Faith Mission Church“ und deren Kindergarten konnten einige Fortschritte erreicht werden. Die Anbauten wurden fertiggestellt, ein Garten wurde angelegt, damit für das Mittagessen der Kinder gesorgt werden kann und einige Reparaturen wurden erledigt. Um der Kriminalität im Township vorbeugen zu können, wurden die Fenster vergittert und für Diebstahlschutz gesorgt. Auch bei den Erste–Hilfe–Kursen wurden Fortschritte gemacht. Die Gruppe entwickelte „5€-Dummies“, welche von nun an vom Sarah–Baartman–District (neue Bezeichnung für den Cacadu District) produziert werden. Mit diesen „Low-Cost–Dummies“ können die Kursteilnehmer nun ihren Mitmenschen die lebensrettende Herz–Druck–Massage beibringen. Auch für den Leiter des Projekts, Herrn Meder, war dieses Jahr ein ganz besonderes. Zum Dank und zur Achtung seines langjährigen Engagements wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.[16]

Neben zahlreichen Erste-Hilfe-Kursen im Sarah-Baartman-District konnte die Ubuhlobo-Gruppe im Jahr 2015 auch die Arbeit in den Kirchen fortsetzen. Die Frauen aus der „Apostolic Faith Mission Church of South Africa“ und der Garagenkirche baten die Truppe um Hilfe für ihre Chöre und ihre Jugendarbeit. Sie benötigten Musik-Equipment für ihre Chorproben. Dank Spenden konnte in diesem Jahr Instrumente und Verstärker besorgt werden, welches das Projekt nun für einen Rand (etwa 7ct) pro Jahr  an die Chöre ausleiht, um vor Diebstahl zu schützen. Auch Nadia Mila suchte beim Ubuhlobo-Projekt Hilfe. Neben der Schule hat sie mit einigen anderen Frauen die „Little Stuart Play School“ gegründet, eine Nachmittagsschule in der sie gemeinsam mit einigen anderen Frauen Schüler bei den Hausaufgaben betreut. Bisher fand diese Nachmittagsbetreuung in einem winzigen Raum im Elternhaus Nadias statt, welcher aus allen Nähten platzte. Mittels Spenden konnte in diesem Jahr ein Lerncontainer ausgestattet mit Tischen, Stühlen und Tafel finanziert werden.

Auch im Jahr 2016 wurde die Arbeit erfolgreich fortgesetzt. Nadia Milas „Little Stuart Play School“ konnte in diesem Jahr ein weiterer Anbau finanziert werden. Außerdem renovierte die Gruppe den Spielplatz des Kindergartens von „Oma Elsa“, unterrichtete in Erster-Hilfe und knüpfte neue Kontakte mit dem „ADDO-Elefantenpark“ und in Kapstadt. Die junge Gruppe bemerkte, dass auch in Deutschland wegen der Flüchtlingslage ihre Unterstützung gebraucht wird. So wurden einige Erste-Hilfe-Kurse (auch speziell für junge Mütter) teilweise in vier Sprachen gehalten. Das Engagement der Gruppe wurde außerdem mit dem „Jugend-Engagement-Preis“ des Landes Rheinland-Pfalz mit einer Spende belohnt. Auch für den deutschen Engagement-Preis wurde das Projekt nominiert.

Das Jahr 2017 war geprägt von Ausbildungsarbeit in Erster Hilfe im Sarah Baartman District (Willowmore), an der Universität von Port Elizabeth und der Arbeit im Kindergarten im Walmer Township. Zusätzlich folgten wir einer Einladung in ein Zentrum (Ernest Malgras Treatment Centre), wo man sich mit Jugendlichen befasst, die Drogenabhängig und die dadurch auch teilweise straffällig geworden sind.Ein weiterer Besuch galt einem Justizzentrum, wo man sich ebenfalls mit jugendlichen Straftätern befasst.In beiden Fällen sehr beeindruckende Besuche! Neu war auch eine erste Kontaktaufnahme zu einem Care Centre (Missionvale Care Centre), wo man täglich über 700 Menschen in den verschiedensten Bereichen betreut. Dort haben wir auch erstmals Kinder in Erster Hilfe ausgebildet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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[1]Berichtsheft 1999

[2]Berichtsheft  2000

[3]Berichtsheft 2001

[4]Berichtsheft 2002

[5]Berichtsheft 2003

[6]Berichtsheft 2004

[7]Berichtsheft 2005

[8]Berichtsheft 2006

[9]Berichtsheft 2007

[10]Berichtsheft 2008

[11]Berichtsheft 2009

[12]Berichtsheft 2010

[13]Berichtsheft 2011

[14]Berichtsheft 2012

[15]Berichtsheft 2013

[16]Berichtsheft 2014