Xolelanani – Versöhnung

Das Xolelanani Jugend Projekt wurde 1997 von dem deutschen Pfarrer Klaus – Peter Edinger und Reverend Solomon Nkesiga aus Uganda gegründet. Es liegt im Walmer Township in Port Elizabeth / Südafrika und hat sich zur Hauptaufgabe gemacht, eine multikulturelle Begegnungsstätte einzurichten. Das ist deshalb so brisant, weil das Walmer Township nur durch eine Straße von einem privilegierten Wohngebiet der weißen Südafrikaner getrennt ist. Während der größte Teil der 65 000 Bewohner des nur 4 qkm großen Elendsviertels in Blechhütten lebt und noch immer auf Wasser- und Abwasserversorgung, Strom und Infrastruktur wartet, leben die weißen Nachbarn in großen, stacheldrahtumzogenen Villen auf westlichem Standart. Auch nach dem Ende der Apartheid – Ära sind die Unterschiede noch gravierend und behindern den so wichtigen Abbau der Vorurteile für eine gemeinsame Zukunft. Das Versöhnungs- Projekt geht diese beidseitigen Vorurteile an und versucht sie vor allem durch Jugendbegegnungen abzubauen. Die entstehende Cafeteria soll Jugendlichen verschiedener Hautfarbe die Möglichkeit zum Austausch in drogen- und gewaltfreier Umgebung bieten. Um die Chancen der Township – Jugend auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, wurde in dem noch nicht ganz fertiggestellten Jungendzentrum ein Computerraum für Anfängerkurse eingerichtet, den Schüler der Koop. Gesamtschule – Gymnasium – unter Leitung ihres Lehrers Rolf Meder bei ihren Besuchen 1999,2000,2001 und 2002 eingerichtet und ausgestattet haben und in dem Lehrer des Technikons von Port Elizabeth unterrichten.In diesem Oktober wird eine Internetverbindung eingerichtet werden, um den Kontakt besser halten zu können. Neben der Cafeteria und der Töpferei für arbeitslose Jugendliche werden dort auch der „ Sweet Voices“ Jugendchor, die Theatergruppe und verschiedene andere Gruppen des Projektes einen Platz finden. So zum Beispiel der täglich stattfindende „Kindergarten“ für Straßenkinder, in dem die Kinder eine Basisversorgung und –bildung bekommen, um diese auf das Schulleben vorzubereiten und dem Straßenleben vorzubeugen( Wabamkela Feeding Scheme). Die Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft haben es sich nun zur Aufgabe gemacht in den nächsten Jahren das Projekt zu unterstützen und selbst Hand anzulegen. Wir unterrichten sowohl im Jugendzentrum, im Kindergarten als auch in der Schule Erste Hilfe, Aids Prävention und bilden die jungen Menschen an den, von uns gesponserten Computern aus. Im Jugendzentrum unterstützen wir eine Frauengruppe, die lernt mit Nähmaschinen zu arbeiten. Aus dem „Kindergarten“ möchten wir in der nächsten Zeit einen dreigruppigen Vorschulkindergarten machen. Dazu haben wir zuerst dafür gesorgt, dass die Betreuer der Kinder eine richtige Ausbildung erhalten ( in Südafrika und in Deutschland ).Dann haben wir nach Sponsoren gesucht, die das Projekt unterstützen werden. So hoffen wir, dass Ende 2003 ein richtiger Vorschulkindergarten entstanden sein wird, in dem etwa 100 Kinder in eigenen Räumen auf die Schule vorbereitet werden können und damit eine Chance für das weitere Leben erhalten. Daneben betreiben wir seit drei Jahren auch einen Schüleraustausch mit der Zanamafa Secondary School – einer Art Gymnasium – die sich mitten im Township befindet. Eine erste Gruppe besuchte uns im Juni/ Juli 2000. Eine zweite Gruppe folgte 2001 und eine weitere Gruppe ist gerade wieder abgereist. Alles in allem wollen wir unser Wissen mit den jungen Menschen vor Ort teilen und mithelfen, dass sie eine bessere Bildung und damit verbunden auch bessere Zukunftschancen haben werden. Wir selbst können aber auch aus der Begegnung mit den Menschen in Südafrika sehr viel für unsere eigenes Leben lernen und diese Erfahrungen an unsere Umgebung weitergeben.

Rolf Meder